6 Stillpositionen, die Mütter kennen sollten

6 Stillpositionen, die Mütter kennen sollten

Dein kleiner Liebling ist endlich da, und eigentlich läuft alles toll – nur die richtige Position zum Stillen will sich noch nicht so richtig einfinden. Die im Geburtsvorbereitungskurs gezeigten Positionen sind irgendwie nicht so ganz bequem und angenehm, weder für dich noch dein Baby.

Gleich vorneweg zur Beruhigung: mach dir keinen Kopf. Du findest die richtige Position für euch beide. Wahrscheinlich sogar mehrere davon. Viele Mütter wechseln während der gesamten Stillzeit zwischen verschiedenen Haltungen. Dadurch wird zum einen die Brustwarze gleichmäßig belastet. Zum Anderen werden alle Regionen der Brust gleichmäßig entleert.

Nimm dir die Zeit und Ruhe, verschiedene Stillpositionen auszuprobieren und kennenzulernen. Dein Baby und auch dein Körper werden dir bald verraten, welche zu euch passen.

Grundregeln für Stillhaltungen

Grundsätzlich gibt es kein richtig oder falsch, was Stillpositionen angeht. ‚Richtig‘ ist für dich und deinen Liebling die Stellung, die am angenehmsten für euch beide ist.

Dennoch gibt es ein paar Grundregeln, die für jede Stillpositionen gleichermaßen gelten. Bei ungünstigen Haltungen kann dein Baby die Brustwarze nicht richtig erfassen. Das kann dazu führen, dass die Brustwarze wund wird und dein Baby nicht effektiv trinken kann.

  • Mach es dir bequem. Entspanntes Sitzen oder Liegen fördert den Milchspendereflex.
  • Halte dein Baby dicht am Körper, Bauch an Bauch. Stütze es mit deinem Arm, unter den du natürlich gern ein Kissen legen kannst.
  • Führe dein Baby zur Brustwarze, nicht die Brust zum Baby.
  • Achte darauf, dass dein Baby den Kopf nicht neigen, überstrecken oder drehen muss um die Brustwarze zu erreichen.

Was selten erzählt wird: Stillen tut weh

Es ist leider ein viel zu selten angesprochener Fakt, dass Stillen vor allem am Anfang weh tun kann – und zwar so richtig. Als neue Mutter kann einem das ganz schön Angst einjagen, wenn einem das nie gesagt wird. Ich selbst war darauf überhaupt nicht vorbereitet. Und natürlich verhindern Schmerzen ein ‚entspanntes Stillen‘.

Verfalle also nicht gleich in Panik, wenn vor allem die ersten Züge deines Lieblings in den ersten Wochen weh tun. Das ist leider einfach oft so; bei manchen mehr, bei manchen weniger. Wie deine Muskeln sich ans Joggen gewöhnen müssen, muss auch deine Brust sich erst ans Stillen gewöhnen. Bei den meisten Müttern nimmt der Schmerz ab und legt sich nach ein paar Wochen.

Auch hier kann die richtige Stillposition Linderung verschaffen. Versuche dich beim Stillen aktiv zu entspannen und sorge für eine ruhige Atmosphäre, damit nicht noch Verspannungen von deiner Seite hinzukommen.

Auf Dauer sollten die Schmerzen allerdings nicht unerträglich sein. In diesem Fall bitte deine Hebamme oder eine Stillberaterin vor Ort um Hilfe, um organische Ursachen für die Schmerzen auszuschließen und Linderung schaffen zu können (z.B. durch Kompressen). Brustentzündungen, verstopfte Milchgänge oder eine Pilzinfektion können Schmerzen beim Stillen hervorrufen.

1. Zurückgelehntes Stillen / Laid-back-Nursing

Diese Stillhaltung aktiviert optimal die angeborenen Reflexe deines Babies: es sucht hierbei die Brust und „dockt“ eigenständig an. Es heißt, dass Stillprobleme mit dieser Position daher von Anfang an vermieden werden können, da dein Baby beim Andocken die Führung übernehmen darf.

Diese Haltung wird auch als hilfreich gesehen, wenn Stillprobleme wie wunde Brustwarzen oder Brustverweigerung bereits eingetreten sind. Sie ist die natürlichste Art und Weise des Stillens und vor allem für das Bonding nach der Geburt sehr vorteilhaft.

So geht’s

Beim zurückgelehnten Stillen ist dein Oberkörpfer leicht aufgerichtet; am Besten du legst dir ein Stillkissen unter deine Schultern und Kopf. Lege dein Baby bäuchlings auf deinen Bauch, etwa in Höhe der Brust. Dein Baby sucht nun nach deiner Brust und nimmt sie intuitiv auf – ja, das übernimmt das Baby bei dieser Position selbstständig!

Da dein Baby direkt auf dir liegt, musst du es auch nicht richtig festhalten. Es reicht, wenn du deinen Arm schützend um es legst.

Anfangs, vor allem wenn ihr das Laid-back Nursing nach der Geburt versucht, kann es eine ganze Weile dauern bis dein Baby sich zur Brust hochgerobbt hat. Das ist ganz normal – lass ihm diese Zeit. So eine Geburt ist auch für’s Baby extrem anstrengend.

2. Die Wiegehaltung

Der Klassiker unter den Stillpositionen ist die Wiegehaltung. Viele Mütter nehmen diese Haltung beim Stillen intuitiv ein. Trotzdem ist sie für Anfänger etwas schwierig, da du dein Baby beim Anlegen nicht optimal stützen kannst. Sobald etwas mehr Erfahrung auf beiden Seiten da ist, ist sie jedoch eine super Haltung.

So geht’s

Setze dich aufrecht und bequem hin. Die möglichst aufrechte Sitzhaltung ist hierbei wichtig! Mütter neigen gerne dazu, sich beim Stillen zum Baby vorzubeugen. Dies kann jedoch Rückenschmerzen hervorrufen.

Dein Liebling liegt seitlich in deinem Arm, das Köpfchen in Richtung Brust gezeigt, den Nacken in deiner Ellenbeuge gestützt. Halte dein Baby zur Stabilisierung an Po, Rücken oder Oberschenkel. Am Besten legst du dir als Stütze ein Kissen unter den Arm, der das Baby hält. So kann dein Baby auch die Brustwarze gut erreichen.

3. Kreuzgriff

Für die Lernphase ist der Kreuzgriff optimal. Als Modifikation der klassischen Wiegehaltung, stützt der Kreuzgriff dein Baby besser und unterstützt so das Anliegen. Meist wechseln Mütter in die Wiegehaltung sobald das Baby gelernt hat richtig anzulegen.

So geht’s

Dein Baby ruht vor deinem Körper auf deinem Unterarm; Köpfchen und Oberkörper sind zu dir geneigt. Deine Hand stützt das Köpfchen, dein Unterarm den Rücken. Um an der linken Brust anzulegen hältst du es im rechten Arm, und umgekehrt.

 

4. Rückenhaltung

Bei dieser Position, auch Seitenhaltung oder Football-Haltung genannt, ist dein Baby beim Anlegen optimal gestützt. Das Köpfchen kann gezielt an die Brust herangezogen werden. Du legst es einfach an die Brust und kannst dabei sein gesamtes Gesicht sehen.

Diese Haltung ist gut geeignet für nach dem Kaiserschnitt, beim Milcheinschuss, sowie für Frühgeborene oder kranke Neugeborene.

Dein Liebling fühlt sich sicher, da er eng an deinem Körper gehalten wird – ideal für nervöse Babys. Aber auch für schläfrige Babys, aufgrund der optimalen Stütze. Um diese halten zu könne, brauchst du allerdings auch ein Stillkissen oder andere Polsterungen unter deinem Arm.

So geht’s

Dein Baby liegt seitlich neben dir. Du stützt seinen Körper mit dem Arm und hältst das Köpfchen mit der Hand. Die Beinchen zeigen zu deinem Rücken und stemmen sich gegen die Rückenlehne. Die Nase sollte dabei etwa auf Höhe deiner Brustwarze sein. Zum Anlegen führst du das Baby dann sanft zu deiner Brust.

5. Stillen im Liegen in der Seitenlage

Vor allem nachts ist Stillen im Liegen besonders angenehm und wird gerne von Müttern eingenommen. Für ungeübte Stillpaare kann es Anfangs eine Herausforderung sein, da der Mund deines Babys und dein Brust im Liegen schwerer zu sehen und zurecht zu rücken sind.

So geht’s

Du und dein Liebling liegt Bauch an Bauch auf eurer Seite. Dein einer Arm stützt deinen Kopf, der andere dein Baby. Dein Baby sollte etwas unterhalb deiner Brust liegen, damit es sich nicht danach strecken muss. Am Besten ist seine Nasenspitze auf Höhe der Brustwarze.

Ein weiterer Vorteil dieser Haltung ist, dass das Baby nicht geweckt werden muss wenn es beim Stillen einschläft. Du kannst danach trotzdem aufstehen und es weiterschlafen lassen – sofern die Schlafumgebung sicher ist und es im Schlaf nirgends runter rollen kann!

Wenn du nachts im Liegen stillst, wirst auch du als Mama bestimmt öfters dabei einschlafen. Das ist auch vollkommen in Ordnung, und lässt dich nachts nicht so viel Schlaf einbüßen. Du solltest dabei nur sicherstellen, dass dein Baby die Möglichkeit hat, sich nach dem Stillen von deiner Brust wegzudrehen. Und auch für dich ist es gut wenn du dich so positionierst, dass du auf den Rücken rollst wenn du einschläfst (z.B. Kopf in den Nacken legen).

6. Stillpositionen nach Kaiserschnitt

Nach einem Kaiserschnitt ist der Bauch der Mutter sehr empfindlich auf Druck und Berührung. Sie kann sich kaum bewegen und auch Sitzen ist anfangs unmöglich.

So geht’s

Die klassischen Stillpositionen wie Wiegehaltung oder Kreuzgriff drücken auf die Narbe und verursachen starke Schmerzen. Daher empfiehlt sich nach einem Kaiserschnitt zunächst das Stillen im Liegen in der Rückenlage. Dabei kann dein Baby mit einem Stillkissen neben dir gestützt werden und die Brust trotzdem erreichen.

Die seitliche Liegeposition ist auch empfehlenswert, sobald du dich auf die Seite drehen kannst – aber langsam und vorsichtig. Am Besten mit Unterstützung anderer Personen. Stütze dabei deinen Rücken mit einem Stillkissen und lege ein weiteres zwischen deine Beine. Schütze die Narbe mit einem kleinen Kissen, falls dein Liebling dagegen tritt.

Eine weitere Möglichkeit ist die bereits beschriebene Rücken- oder Football-Haltung. Auch zurückgelehntes Stillen kann funktionieren, wenn das Baby weiter oben oder seitlich positioniert wird um die Bauchnarbe nicht zu belasten.

Weitere Stillpositionen

Die beschriebenen Positionen sind die Klassiker, jedoch bei Weitem nicht die einzigen. Falls keine davon deinem Liebling und dir so richtig zusagt, gibt noch einige weitere mögliche Stillhaltungen, die ihr ausprobieren könnt, wie zum Beispiel: