Beikost – das Ende der Stillzeit?

„Wie du willst schon abstillen?“ Das waren die Worte einer Bekannten, als ich damals im Gespräch erwähnte, dass Elias hin und wieder vom Familientisch Essen probieren dürfte. Ich war total bestürzt, denn ich wollte auf keinen Fall abstillen. Es heißt doch Beikost und nicht Anstattkost, oder sehe ich das falsch?

Ich finde es total unlogisch, einem Kind welches ganz offensichtlich nach Essen giert, dies vorzuenthalten. Und dann pünktlich zum 6. Lebensmonat muss es aber soweit sein und zwar so wie es der Plan vorgibt. Immer wieder erlebe ich wie alles nach vor gegebenen Schema laufen muss. Wir bemühen uns auf unseren gesunden Menschenverstand zu vertrauen und auf die Kompetenz unseres Kindes. Sehr gerne möchte ich euch diese Erfahrungen und einige Grundlagen heute näher bringen und freue mich schon jetzt von euren Erfahrungen zu lesen.

Und wann ist euer Baby bereit für Beikost?

Treffender kann ich es nicht zusammenfassen, deswegen hier ein Zitat von www.stillkinder.de:

Wenn euer Baby etwa sechs Monate alt ist, alleine sitzen kann, nach Essen greift, es in seinen Mund steckt, kaut und schluckt und mehr davon möchte, dann ist es bereit und kann selber essen, ohne die Unterstützung der Babynahrungsindustrie zu benötigen.

Im Gegensatz dazu, zeigt das bekannte Bild einer Mutter, die geduldig mit dem Löffel pürierte Nahrung in den Mund des Babys schiebt, während das Baby sie wieder ausspuckt, ein Baby, das einfach noch nicht bereit dafür ist.

Genauso war es bei uns. Wir konnten Elias durch ein Zubehörteil unseres Hochstuhls irgendwann am Familientisch teilhaben lassen. Zunächst war er einfach nur froh uns beobachten zu können und dabei zu sein.

Später hat er gierig nach dem geschaut, was wir uns in den Mund steckten. Wir haben zu diesem Zeitraum darauf geachtet das wir immer etwas kochen was Salz arm, kindgerecht zerdrück bar ist oder was er unbedenklich abnagen kann. Bei diesem Probieren hat er sich zunächst nie satt gegessen.

Industriegläschen hat er kategorisch abgelehnt. Bis heute lehnt er aufgewärmtes, bzw. fertiges Essen ab. Da muss man unterwegs kreativ sein. Unser Favorit wurde ganz schnell die Avocado, weich, mild im Geschmack und reich an wertvollen Omega 3 Fettsäuren, Mineralstoffen und Vitaminen.

Ihr fragt euch welche Gemüse- bzw. Obstsorten geeignet sind?

Welche Gemüse-/Obstsorten aus der Region haben gerade Saison? Welche davon mögt ihr selber? Bei uns war auffällig, dass Gemüse und Obst, welches ich selber gern und regelmäßig gegessen habe zum einen besser angekommen und auch besser vertragen wurden. Zur Erinnerung: „Über die Muttermilch wird auch der Geschmack unserer Kost weitergeben!“ Elias durfte fast alles probieren!

Ja, auch er hatte mal einen wunden Po, dann wurde das verdächtige Gut für eine Weile weg gelassen der Po mit Mirfulan Salbe (Geheimtipp einer sehr guten Freundin, wirkt Wunder) gesalbt und beim erneuten Versuch nach einiger Zeit war in der Regel alles gut.

Einblick in geeignete Gemüsesorten für jedes Alter

1. Mit dem 6. Lebensmonat

Gemüse: Karotten, Süßkartoffel sind sehr Nährstoffreich, Kürbis, Pastinaken

Obst: Äpfel eher süße und säurearme Sorten, Birnen Vorsicht zu viel Birnen verursachen Durchfall, Avocado kann einfach zerdrückt gegeben werden

Getreide: Vollkornrundreis, Hirse, Süßreis, Buchweizen

Getränke: bei gestillten Kindern reicht Muttermilch in der Regel aus, zusätzlich kann Bio-Fencheltee oder geeignetes stilles Mineralwasser gegeben werden

2. Mit dem 10. Lebensmonat

Gemüse: Brokkoli, Fenchel, Zucchini mild im Geschmack, Rote Beete und Mangold (Achtung: nur in Maßen beide enthalten Oxalsäure), Knollen Sellerie, Rosenkohl, Kartoffeln, Blumenkohl

Obst: Weintrauben kleiner Tipp, wir halbieren die Weintrauben wegen der Verschluckungsgefahr, gedünstete Pflaumen sind gut verträglich, Heidelbeeren, entsteinte Kirschen, Melone eine überraschend gesunde und nahrhafte Frucht

Getränke: Obstsäfte stark verdünnt mit stillem Mineralwasser

3. Ab dem 12. Lebensmonat eignen sich zusätzlich

Hafer, Mais und Gerste, Hülsenfrüchte, Datteln und verdünnte Säfte

Einen guten ausführlichen Einblick bekommt ihr über die Seite www.vollwertigebabynahrung.de

Wir sind übrigens seit kurzer Zeit Ökokisten Abonnent. So beziehen wir unsere Bioprodukte bequem saisonal von Bauern aus der Region. Unser Lieferant bietet zusätzlich eine spezielle Baby Brei Obst- und Gemüsekiste an. Ich bin begeistert von der Qualität und empfinde als nicht überteuert im Vergleich zum Supermarkt.

Welche Lebensmittel sind im ersten Lebensjahr unnötig oder gar ungeeignet?

Viele Lebensmittel sind überflüssig, stören die Geschmacksentwicklung oder sind sogar Gesundheitsgefährdend für kleine Babys. Einiges ist logisch und auch bekannt, wenige Dinge der hier zusammen getragenen Lebensmittel überraschend. Ich bin gespannt ob ihr eure Erfahrung oder Gedanken mit mir teilt.

Zucker und Rohrzucker

Vor allem Fertigprodukte enthalten immer wieder versteckten Zucker. Er heißt dann Glucose, Saccarose, Dextrose oder Fructose.

Honig und Ahornsirup

Diese können Bakterien enthalten die sehr schädlich für Babys sein können

Fleisch, Geflügel und Fisch

Sicher habt ihr von Freunden und Bekannten schon gehört das der Windelinhalt ab Fleischgabe unheimlich unangenehm riecht. Die Erklärung ist ganz simpel, eure Babys können Fleisch in diesem Alter noch nicht verdauen.

Unser Verdauungssystem kann frühestens ab dem 2. Lebensjahr Fleisch verarbeiten. Zudem belegen Studien mittlerweile, dass der Mensch hinsichtlich der Nährstoffe kein Fleisch braucht. Eisen kann ausreichend aus anderen Lebensmitteln gewonnen werden. Wer ganz sicher gehen will kann mit Chlorellapulver Abhilfe schaffen.

Eier

Besitzen ein hohes Allergiepotential.

Kuhmilch bzw. Kuhmilchprodukte

Kuhmilch und Kuhmilchprodukte wirken stark Allergieauslösend und gelten als Hauptursache für Verdauungsbeschwerden, Infektanfälligkeit, Nasennebenhöhlen- oder Mittelohrentzündungen, sowie Hautproblemen und Asthma.

Bananen

Überraschung! Wer weiß schon das Bananenkonsum eine kühlende, schleimende Wirkung hat, die die Verdauung in ähnlicher Weise stört wie Kuhmilch. Da muss ich mich nicht mehr wundern, dass Elias sie nicht gerne mag. Das könnte man wohl Urinstinkt nennen…

Ich hoffe, ich konnte euch einen kleinen aber hilfreichen Einblick zum Thema Beikost, Beikost Einführung und geeignete Lebensmittel geben. Im zweiten Teil „Beikost- das Ende der Stillzeit?“ möchte ich mehr auf mögliche Wege der Beikost Einführung, Brei-Sorten, deren Zubereitung und auch gern auf eure Fragen zu diesem Thema eingehen. Deswegen freue ich mich über jeden eurer Kommentare!

3 Idee über “Beikost – das Ende der Stillzeit?

  1. Pingback: Richtige Ernährung in der Stillzeit - so geht es euch gut!

    • Jana Dworak sagt:

      Hallo Anna,
      vielen Dank für deine Frage.
      Zucchinis enthalten viele Nährstoffe in ihrer Schale. Diese Schale ist jedoch zuweilen schwer verdaulich und führt so eventuell zu Verdauungschwierigkeiten.
      Aber probiere es einfach aus. Jedes Kind ist anders. Gibt es keine Probleme schön! Wenn doch eine Weile pausieren und wieder Zucchini probieren.
      Lieben Gruß
      Jana

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