HypnoBirthing – moderner Hokuspokus? (Teil 2)

An unserem zweiten HypnoBirthing-Geburtsvorbereitungskurs-Abend drehte sich alles um Entspannung, Entspannung und nochmal Entspannung! Nach einer kurzen Begrüßung, Wiederholung der letzten Stunde und der Beantwortung einiger Fragen ging es direkt los.

Wir Schwangeren wurden von unseren Männern massiert. Was für ein Genuss!

Die leichte Berührungsmassage (Dauer circa 20-30 Minuten)

Die leichte Berührungsmassage wurde von Constance Palinky bei ihrer Forschung über Schmerzbehandlung entwickelt. Sie entdeckte, dass durch eine sanfte Stimulation der Haarmuskeln eine Gänsehaut verursacht wird. Diese führt wiederum zur Ausschüttung von Endorphinen. Endorphine sind Hormone des Wohlbefindens, die Entspannung fördern.

Eine Technik, die sehr einfach und doch sehr wirkungsvoll ist!

Bequem für uns Schwangere übten wir diese Technik kniend vor einem Gymnastikball, wobei die Arme und der Oberkörper auf den Gymnastikball gelegt wurden. Oder auf dem Gymnastikball sitzend, wobei Arme und Oberkörper auf einem Bettrand oder ähnlichen abgelegt wurden. Hauptsache gemütlich!

Der Partner zeichnete mit den beiden Nagelspitzen der Zeigefinger rechts und links vom Kreuzbein ein imaginäres Dreieck auf den Rücken. Dies wurde sehr langsam nach oben wandernd bis zu den Schulterblättern immer wieder wiederholt. Am Halsansatz angekommen ging es an den Arminnenseiten um den Ellenbogen herum weiter und zurück. Bis die Fingerspitzen wieder am Kreuzbein angekommen waren.

Ach, das war toll. Für meinen Geschmack können wir diese Übung jeden Tag machen. 😉

Doch damit nicht genug der Entspannung: Im Verlauf des Abends wurden mehrere Entspannungstechniken aus dem Bereich Visualisierung und Vertiefung vorgestellt und geübt – zum Beispiel die Regenbogenentspannung und die Tiefometerentspannung.

Regenbogenentspannung

Bei der Regenbogenentspannung handelt es sich um die Entspannung durch Visualisierung eines Regenbogens in allen Farben. Mit jeder weiteren Farbe wird ein weiterer Teil des Körpers entspannt. Am Ende nimmt man ein Bad im Nebel aller Regenbogenfarben. Unmöglich hier nicht zu entspannen.

Ich nutze diese Entspannung jetzt sehr gerne zum Einschlafen. 🙂

Tiefometerentspannung

Diese Vertiefungstechnik erfüllt den Zweck, in einen äußerst tiefen Entspannungszustand zu finden.

Stell dir ein klassisches Thermometer mit flüssiger Füllung in deinem Körper vor. Langsam wird von 40 an Rückwärts gezählt. Mit jeder Zählung fließt die Flüssigkeit in dein Kreislaufsystem und entspannt dich tiefer und tiefer. Das Gefühl der Entspannung kann auf ein Körperteil zentriert und an andere Körperteile (zum Beispiel Unterleib) weitergegeben werden.

Sie kann z.B. während des letzten Teils der Öffnungsphase angewendet werden. Diese Vertiefung kannst du selber herbeiführen oder deinen Partner darum bitten. Eine weitere gute Möglichkeit, bei der er dich großartig unterstützen kann.

Hausaufgabe für diese Woche: ENTSPANNEN! Probiere es gleich aus. Es ist fantastisch, freue dich darauf.

Doch wie denken andere Hebammen über HypnoBirthing?

Nach kurzer Recherche bin ich fündig geworden. Jana, Hebamme vom Hebammenblog aus Berlin, hat sich viele Gedanken zu dem Thema gemacht. Sie hat sich eingelesen, junge Mütter interviewt und mit Kolleginnen besprochen.

Sie war verwundert, dass in der Klinik viele HypnoBirthing-Geburten nicht so verliefen, wie von den Eltern gewünscht.

Ist das Buch von Marie Mongan zu positiv, zu dogmatisch, zu kritisch Klinikpersonal gegenüber? Oder ist eine Klinik einfach nicht der richtige Ort für eine HypnoBirthing Geburt, da sich das Konzept einfach nicht in das jeweilige Klinikprogramm integrieren lässt?

Ein Jahr später erhielt Jana die Möglichkeit, einen Geburtsbericht einer HypnoBirthing-Geburt zu Hause zu veröffentlichen. Es ist ein, wie ich finde, wunderbarer Bericht. Er belegt, wie gute Vorbereitung, Vertrauen und die Befreiung von Ängsten die Geburt deines Babys zu einer Traumreise werden lassen können.

Janas Beitrag findest du in ihrem Blog zum Thema HypnoBirthing. Den Geburtsbericht von der HypnoBirthing-Hausgeburt vom Hebammenblog kannst auch auf ihrer Seite nachlesen.

Noch mehr Linktipps

Hast du Lust auf einen tieferen Einblick? Hierzulande eher untypisch, in den USA offensichtlich alltäglich. Dort werden regelmäßig HypnoBirthing-Geburten aufgezeichnet und auf YouTube veröffentlicht.

Natürlich konnte ich mich nicht zurückhalten und habe einige angesehen. Falls du auch neugierig bist, schau dir unbedingt welche an! Es sind unglaublich Faszinierende dabei. Doch sei dir vorab bewusst, dass in manchen Videos alles gezeigt wird.

Meine Favoriten

Nein, Geburten müssen nicht immer so dramatisiert verlaufen, wie im Fernsehen dargestellt.

Du kannst unzählige Videos finden. Jedes ist ein wundervolles Unikat. Auffallend oft sitzt bei einer Wassergeburt der Mann mit in der Wanne oder die ganze Familie wuselt durch den Geburtsraum.

Mein Mann unterstützend mit in der Wanne?

Sofort und so lange er sich wohlfühlt. Es wäre wundervoll, unseren zweiten Sohn gemeinsam aus dem Wasser zu heben.

Aber die älteren Geschwisterkinder oder eigenen Eltern mit im Geburtsraum?

Für mich befremdlich. Ich könnte es mir auf gar keinen Fall vorstellen, meinen Sohn mit dabei zu haben. Ich würde mir zu viele Gedanken, um ihn machen. Verstört ihn der Anblick? Und auch die Familie möchte ich nicht dabei haben. Ist mir der Anblick zu intim? Wobei, eigentlich ist eine Geburt etwas ganz natürliches. Vielleicht bin ich zu es, die da nicht frei genug denkt…

Nach wie vor ist HypnoBirthing ein spannendes Thema für mich. Gleichzeitig steigt meine Ungeduld. Wann darf ich unser neues Wunder endlich im Arm halten?

Und du?

Wie ist es bei dir? Wie bereitest du dich vor oder wie hast du dich vorbereitet? Welche Kompromisse musstest du unter der Geburt eingehen?

Hier geht es zum ersten Teil der Artikelserie.

Eine Idee zu “HypnoBirthing – moderner Hokuspokus? (Teil 2)

  1. Pingback: HypnoBirthing – moderner Hokuspokus? (Teil 1) - Janas Stillkugeln

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