Mit diesen Nahrungsmitteln regst du deine Milchbildung an

Aller Anfang ist schwer – das kann auch fürs Stillen gelten. Bis das Stillen klappt und die Milch zuverlässig fließt kann es durchaus einige Tage dauern. Das ist normal, ehrlich!

Vor allem als junge, unerfahrene Mutter hat man schnell das Gefühl zu wenig Milch zu produzieren. Das kann passieren, muss aber nicht. Es gibt unterschiedliche Gründe für diesen irreführenden Eindruck.

Ganz wichtig ist deshalb, dass du dir keinen zusätzlichen Stress machst, falls du dich in dieser Situation befindest. Versuche zu entspannen und nicht gleich alles hinzuschmeißen. Es gibt nämlich einige Dinge, die du tun und vor allem zu dir nehmen kannst, um deine Milchbildung anzukurbeln.

Tatsächlich zu wenig Milch?

Das Gefühl, als Mama seinem Liebling nicht ausreichend ernähren zu können, ist furchtbar. Dieser Eindruck kann durch unterschiedliche Umstände entstehen:

  • Deine Brust fühlt sich weich und leer an
  • Beim Abpumpen kommt kaum oder gar keine Milch
  • Dein Baby verlangt sehr oft nach der Brust
  • Dein Baby ist unruhig, schreit die Brust an
  • Dein Baby trinkt langsamer oder schneller als bisher
  • Du spürst den Milchspendereflex kaum oder gar nicht mehr

Keine Sorge! Das sind nicht automatisch Anzeichen dafür, dass du zu wenig Milch produzierst. Vielmehr können sie auf folgende Dinge hinweisen:

  • Eine weiche Brust ist meist nur das Signal, dass sich Nachfrage und Angebot aufeinander eingestimmt haben.
  • Ein Milchpumpe ist bei Weitem nicht so effektiv beim Abpumpen wie ein Baby beim Saugen.
  • Während Wachstumsschüben braucht dein Baby einfach mehr Muttermilch. Es passt von selbst die Milchmenge an und verlangt öfter nach der Brust. Abstände von einer Stunde oder weniger zwischen den Mahlzeiten sind nicht ungewöhnlich und nennen sich „Clusterfeeding“ (dazu gleich mehr).
  • Den Milchspendereflex musst du nicht immer spüren.

Mach dich also nicht verrückt. Solange dein Kind ausreichend Gewicht zunimmt, fit wirkt und sechs oder mehr feuchte Windeln am Tag produziert, ist alles in Ordnung.

Clusterfeeding

Clusterfeeding ist ein Phänomen, das meist abends auftritt. Dein Baby hat über den Tag gesehen alle paar Stunden nach der Brust verlangt; nun aber hat es mehrmals die Stunde Hunger, trinkt dann aber nur für ein paar Minuten bevor es genug hat oder weg döst.

Diese Ansammlung (=“cluster) von eng aufeinander liegenden Fütterungen ist für kleine Babys absolut normal – wenn auch für dich sehr anstrengend.

Es bedeutet nicht, dass du zu wenig Milch zur Verfügung stellst! Die Milchproduktion wird durch Clusterfeeding sogar angeregt, denn der Stillmarathon regt die Prolaktinausschüttung an, was wiederum die Milchbildung fördert.

Gründe für zu wenig Milch

Trotz der Wahrscheinlichkeit, dass der Eindruck der Milchknappheit vor allem am Anfang irreführend ist, kann es passieren, dass zu wenig Milch zur Verfügung steht. Es gibt viele mögliche Gründe dafür, weshalb es immer Sinn macht, professionelle Hilfe von einer Stillberaterin hinzuzuziehen. Wenn der Grund bekannt ist, kann dieser auch beseitigt werden.

Mögliche Gründe für zu wenig Milch können falsches oder zu seltenes Anlegen, Stress, Ärger oder Schlafmangel, zu enger, nach oben ziehender BH, oder körperliche Überbelastung sein.

Beste Methode zur Anregung der Milchbildung: Häufiges Anlegen

Die Nachfrage reguliert das Angebot. Durch häufiges, langes Anlegen an beiden Seiten wird die Milchbildung automatisch angeregt. Es ist tatsächlich die effektivste Methode, die Milchproduktion zu steigern.

Versuche gegebenenfalls im Halbstunden- bis Stundentakt dein Baby anzulegen, auch wenn es keinen Hunger hat. Lege dabei unbedingt an beiden Seite an.

Viel Körperkontakt mit deinem Liebling wirkt sich auch positiv auf die Milchproduktion aus. Ein Tragetuch ist hierfür super.

Und immer wichtig: Stress und Anspannung hindern die Milchbildung. Versuche ruhig und entspannt zu bleiben. Du wirst das Kind schon schaukeln!

Milchbildende Nahrungsmittel

Eine gesunde, ausgewogene Ernährung ist immer wichtig, natürlich umso mehr beim Stillen. Und es gibt einige Lebensmittel, die du zu dir nehmen kannst, die die Milchildung erwiesenermaßen fördern.

Getränke

Trinke mindestens zwei bis drei Liter Flüssigkeit am Tag. Nur wenn du genug trinkst wird auch die Milchproduktion aufrecht erhalten. Zu viel wirkt sich allerdings wieder negativ auf die Milchbildung aus, daher: halte dich an dein Durstgefühl.

Wenn du dich dabei an (ungesüßte) Stilltees und Saftschorles hälst, wird die Milchbildung angekurbelt. Eine milchbildende Wirkung wird vor allem Anis, Basilikum, Bockshornklee, Brennessel, Dill, Fenchel, Gartenraute, Kümmel, Majoran und Zitronenverbeneblättern zugeschrieben.

Wenn irgend möglich, halte dich hierbei an frische Kräuter oder Samen. Du kannst diese auch selbst mit dem Mörser zerstoßen und aufbrühen, oder frisch in der Apotheke zusammengestellte Portionen kaufen. Frische Lebensmittel behalten mehr ihrer ätherischen Öle und können dadurch die volle Wirkung als Milchbildungshelfer entfalten.

Auch mit kohlensäurearmem Wasser vermischte Säfte, Hühnerbrühe oder Malzbier aktivieren die Milchbildung.

Pfefferminz- und Salbeitee wirken hingegen hemmend für die Milchbildung, ebenso Minze und Alkohol.

Essen

Zu den milchbildenden Lebensmitteln zählen Vollkorngetreide (beispielsweise Grieß, Reis, Haferflocken), Trockenfrüchte, Kartoffelprodukte, Gerste, Hafer, Malz (zum Beispiel als Malzbier), Nüsse und (Bier-)Hefe.

Malzgetränke sind in Apotheken erhältlich. Sie liefern viel milchbildendes Vitamin B, genau wie aus dem ganzen Korn gemahlene Getreidesorten, sowie Hefe. Hefe ist im Reformhaus zum Beispiel als Hefeflocken oder -aufstrich erhältlich. Vorsicht aber mit zu großen Mengen Hefe; manche Babys bekommen davon Blähungen.

Von allen Nüssen wirken vor allem Mandeln milchbildend, weshalb sie in unseren beliebten Bio-Florentinern als Hauptzutat enthalten sind. Allerdings enthalten sie auch Blausäure, weshalb Mandeln nicht in großen Mengen verzehrt werden sollten.

Stillkugeln haben sich als Renner unter den Hebammen und bei vielen Müttern erwiesen. Sie werden mit vielen der oben genannten Zutaten zubereitet, schmecken lecker und können „on-the-go“ verzehrt werden, wenn die Zeit zum Kochen mal wieder knapp wird.

Fazit

Wenn du den Eindruck hast, zu wenig Milch für dein Baby zu produzieren, verzweifle nicht gleich! Dieser Eindruck kann durch viele unterschiedliche Faktoren entstehen und muss nicht der Wirklichkeit entsprechen.

Behalte das Gewicht deines Lieblings im Auge – das ist meist der beste und schnellste Indikator für zu wenig Milch. Wenn du dich damit sicherer fühlst, lass dich von einer Stillberaterin informieren und beraten.

Ansonsten bleibe ruhig und entspannt, ernähre dich ausgewogen und mit milchbildenden Lebensmitteln, lege dein Baby häufig an der Brust an und kuschle viel mit ihm. Das tut euch beiden gut und bekämpft Stress und Sorge sowieso am Allerbesten.