Richtig abstillen: So machst du es schnell und richtig

Mit Stillen liegen Mamas grundsätzlich immer richtig. Kinder, die als Kleinkinder gestillt wurden, neigen zu weniger gesundheitlichen Problemen, besserer kognitiver Funktion und besserer Kommunikationsfähigkeit als Kinder die nicht gestillt wurden.

Und auch die Mamas profitieren davon, denn es verringert das Risiko von postpartaler Depression, Eierstock- und Brustkrebs, und vertieft die Bindung zwischen Mutter und Baby.

Aber wie lange sollte man seinen Liebling stillen? Steigen die Vorteile des Stillens mit der Länge der Stillzeit?

Bei den ganzen Infos übers Stillen kann es schwierig sein zu bestimmen wie lange man stillen kann, sollte oder darf. Die gute Nachricht: es gibt hierbei kein eindeutiges richtig oder falsch. Du und dein Baby könnt das selbst bestimmen, je nachdem was für euch am Besten passt – egal ob einen Tag oder zwei Jahre.

Manchmal gibt es gute Gründe dafür, nicht selbst zu stillen sondern zur Flasche zu wechseln. Beispielsweise klappt es einfach auch nach mehreren Wochen nicht so richtig mit dem Stillen, was deinem Baby langfristig mehr schaden kann als der Umstieg zur Flasche.

Um dich aber bei der Entscheidung zu unterstützen, haben wir hier einen Zeitplan anhand dem du nachlesen kannst welche Vorteile und Herausforderungen das Stillen innerhalb welchen Zeitraums hat.

1 Tag

Die Stunde des Kolostrums.

Vorteile

Der größte Vorteil des ersten Stillens am ersten Tag ist auf jeden Fall das Kolostrum. Das ist die erste Milch, die du für deinen Liebling direkt nach der Geburt produzierst. Sie ist reich an Nährstoffen, Immunzellen und Abwehrstoffen, die dein Baby vor Krankheiten schützen.

Die Nähe zur Mama, die beim Stillen kaum zu überbieten ist, vermittelt deinem Baby ein Gefühl von Sicherheit und Geborgenheit. Es unterstützt außerdem das Zusammenziehen der Gebärmutter nach der Geburt, was das Risiko von Blutungen um einiges verringert.

Herausforderungen

Vor allem für frischgebackene Mamas kann das Stillen am ersten Tag schwierig, unregelmäßig und stressig sein. Wenn es nicht sofort richtig klappt, macht man sich als Mutter möglicherweise Sorgen oder gar Vorwürfe (bitte nicht! Aller Anfang ist schwer – das kann auch fürs Stillen gelten. Lass dir und deinem Liebling genug Zeit und mach dich deshalb nicht verrückt. Das hilft euch beiden nicht.)

Was selten besprochen wird: Stillen kann schmerzhaft für die Mutter sein, vor allem am Anfang. Wenn man darauf nicht vorbereitet ist, kann das ganz schön Angst machen. Ein entspanntes Stillen ist unter Schmerzen natürlich nicht leicht. Aber auch hier gilt: mach dich nicht verrückt. Ihr findet euren Groove, aber das muss nicht gleich am ersten Tag sein. Und es gibt ein paar Stillpositionen, die die Schmerzen lindern können.

Versuche, so viel Hautkontakt wie möglich mit deinem kleinen Liebling zu haben. Das unterstützt dabei, seinen angeborenen Saugtrieb zu wecken.

1 Woche

Die Milchproduktion läuft so richtig an.

Vorteile

Der Magen deines Babys hat sich ausgedehnt um sich der zunehmenden Milchversorgung anzupassen. Das häufige Stillen bereitet deine Brüste auf eine langfristige Milchproduktion vor.

Herausforderungen

Dein Baby kann in den ersten paar Wochen nach der Geburt über 10% seines Körpergewichts bei der Geburt verlieren. Das ist völlig normal da er sich jetzt mehr bewegt, seine Körpertemperatur selbst regulieren muss und seine Organe und Verdauungssystem komplett selbstständig arbeiten. Also kein Grund zur Sorge, solange der Gewichtsverlust nicht zu hoch ist.

Deine Brüste kommen jetzt auf Hochtouren mit der Milchproduktion und können deshalb sehr prall und schmerzhaft werden. Es kann helfen sie zu kühlen und deinen kleinen Liebling öfter anzulegen.

1 Monat

Routine stellt sich ein.

Vorteile

Dein Baby für den ersten Monat seines Lebens mit Brustmilch zu stillen hilft ihm durch die kritischste Phase seiner Kindheit. Neugeborene, die nicht gestillt werden, haben eine höhere Wahrscheinlichkeit zu erkranken und haben mehr Verdauungsprobleme als gestillte Babys.

Deine Milch macht es unwahrscheinlicher, dass dein Baby Lebensmittelallergien entwickelt, oder Durchfall, Brust- und Ohrenentzündungen bekommt.

Das Stillen nachts ist außerdem einfacher als mit Flaschen zu füttern, die dann auch nicht gereinigt und sterilisiert werden müssen.

Herausforderungen

Es kann dir vorkommen als dauere das Stillen länger und sei schwieriger als mit der Flasche zu füttern.

3 Monate

Die Welt wird entdeckt.

Vorteile

Der Verdauungstrakt deines Lieblings ist nun so weit gereift, dass es die Fremdkörper in Flaschennahrung viel besser tolerieren kann. In den ersten 6 Monaten nur mit Brustmilch zu stillen beugt Infektionen vor (beispielsweise Ohr-, Atemwegs-, und Magen-Darm-Infektionen).

Die Wahrscheinlichkeit, dass dein Baby Diabetes im Kindesalter entwickelt, sinkt zu dieser Zeit um 27%. Ein Auftreten von Asthma wird um 40% verringert für den Fall, dass andere Familienmitglieder daran leiden.

Toll für Mama: Stillen ab dem 3. Monat unterstützt dich dabei, das während der Schwangerschaft zugenommene Gewicht wieder zu verlieren.

Herausforderungen

Essen, schlafen und die Windeln voll machen sind in diesem Alter nicht mehr so erfüllend für dein Baby wie anfangs. Jetzt werden andere Dinge interessant – manchmal gar interessanter als Mamas Brust. Da kann es in der Öffentlichkeit schon mal vorkommen, dass du auf einmal entblößt dastehst, wenn sich dein Liebling von der Brust löst.

Wenn dich das stört oder in Verlegenheit bringt, lege dir einen Schal um die Schultern legen, der dich und dein Baby bedeckter hält.

6 Monate

Das anfangs auf Hochtouren laufende Wachstum verlangsamt sich etwas.

Vorteile

Nach sechs Monaten des ausschließlichen Stillens mit Brustmilch sinkt die Wahrscheinlichkeit, dass dein Baby Allergien zu gängigen Auslösern wie Kuhmilch entwickelt, was das Abstillen erleichtert. Das Risiko von Leukämie ist auch reduziert.

Als Mama ist das Eintreten von Brust- und Eierstockkrebs, sowie Osteoporosis weniger wahrscheinlich. Häufiges Stillen in den ersten 6 Monaten funktioniert außerdem zu 98% zur Verhütung, sofern die Regel noch nicht wieder eingetreten ist.

Die WHO (Weltgesundheitsorganisation) empfiehlt, erst ab circa sechs Monaten mit der Hinzugabe von fester Nahrung anzufangen.

Herausforderungen

Es kann sein, dass dein Liebling nur noch in kürzeren Intervallen saugen möchte und dir deshalb Sorgen bereitet. Der Grund dafür: sein Wachstum läuft nicht mehr ganz so schnell wie in den ersten 6 Monaten. Also traue deinem Baby zu, selbst so viel Milch zu sich zu nehmen, wie es tatsächlich braucht.

12 Monate

Die WHO empfiehlt das Stillen für ein Jahr.

Vorteile

Dein einjähriges Baby kann die meisten in der Familie gern gegessenen Nahrungsmittel zu diesem Zeitpunkt gut vertragen. Viele der in diesem Jahr aufgebauten Gesundheitsvorteile werden deinen Liebling den Rest seines Lebens begleiten. Er wird beispielsweise ein starkes Immunsystem haben und mit viel weniger Wahrscheinlichkeit kieferorthopädische Behandlungen brauchen. Die Muskeln, die dein Baby zum Stillen verwendet, sind auch für die Sprachentwicklung wichtig.

Die WHO empfiehlt, für ein Jahr zu stillen, da es auch eine normale Ernährungsweise und gute Gesundheit für das weitere Leben deines Baby auf die natürlichste Art und Weise unterstützt.

Herausforderungen

Eventuell bist du als Mama emotional angespannt von der ständigen Berührung und hast das Gefühl, deinen Körper zurückerobern zu müssen. Um dem entgegenzuwirken ist es hilfreich, gezielt Zeit für dich selbst zu schaffen, beispielsweise wenn Papa oder Großeltern den Kleinen für ein paar Stunden übernehmen.

18 Monate

Kleiner Brocken, große Persönlichkeit.

Vorteile

Der kontinuierlich starke Hautkontakt reduziert die Produktion von Stresshormonen in deinem Liebling, und seine Immunität steigt weiter an.

Herausforderungen

Da dein Baby nun doch schon recht groß ist und du mehr zu tragen hast, musst du dich zum Stillen hinsetzen und ausruhen, auch wenn du eine Millionen Dinge zu erledigen hast.

Das Stillen wird von deinem Kleinen eventuell aus Langeweile genutzt, oder um deine Aufmerksamkeit zu erregen, beispielsweise sobald du ans Telefon gehst. Da kann ein “Stillstuhl”, den ihr nur zum Stillen verwendet, Abhilfe schaffen. Dein Liebling wird schnell verstehen, dass der Stuhl seine Fütterungszeit bedeutet.

2 Jahre oder mehr

Nicht mehr notwendig aber unterstützend.

Vorteile

Wenn dein Baby erst abgestillt wird wenn es dazu selbst bereit ist, kannst du sicher sein, dass du seinen physischen und emotionalen Bedürfnissen auf natürliche, gesunde Weise gerecht geworden bist.

In Kulturen, die keinen sozialen Druck zum frühen Abstillen aufbauen, werden Kinder oft mindestens zwei Jahre lang gestillt. Die WHO und UNICEF ermutigen das Stillen durch die Kleinkindheit: “Muttermilch ist eine wichtige Quelle an Energie und Proteinen und schützt ein Kind in seinem zweiten Lebensjahr gegen Krankheiten.”

Familien, die ihre Kleinkinder weiter stillen, zahlen oft weniger Arztrechnungen. Studien weisen darauf hin, dass die Intelligenz steigt je länger mit Muttermilch gestillt wird.

Mach dir keine Sorgen darüber, dass dein Baby ewig gestillt werden möchte. Alle Kinder hören von alleine damit auf, egal was du tust, und es werden mehr Kleinkinder gestillt als du vielleicht vermutest.

Herausforderungen

Es kann peinlich sein, wenn ein Kleinkind ankündigt, gestillt werden zu wollen oder an deinem Rockzipfel zupft. Überlegt euch doch ein Code-Wort, das nur ihr beide versteht und das ihr in der Öffentlichkeit als Signal nutzen könnt.

Wie gesagt: es gibt bei der Frage des Zeitpunkts um mit dem Stillen aufzuhören kein richtig oder falsch. Höre auf dich und deinen kleinen Liebling, dann findet ihr den für euch richtigen Zeitpunkt.

Freust du dich über weitere Tipps und Tricks zum Stillen oder generell für Mamas? Wenn es dir wie mir geht dann willst du am Liebsten alle Bücher und Artikel zum Thema aufsaugen wie ein Schwamm – aber du hast wahrscheinlich genauso wenig Zeit wie ich alles durchzulesen was da draußen für Mamas zur Verfügung steht, nicht wahr?

Dann lade dir hier meine Zusammenfassungen für meine 5 Lieblingsbücher für (werdende) Mütter herunter. Je nach Lesegeschwindigkeit hast du so in 5, 10 oder 15 Minuten die wichtigsten Inhalte erfasst und kannst selbst entscheiden, wo du noch genauer nachlesen möchtest. Einfach hier klicken und herunterladen.

Viel Spaß damit!

Deine Jana

Dieser Eintrag wurde veröffentlicht am Stillen. Setzte ein Lesezeichen permalink.
Jana Dworak - Gründerin von Janas Stillkugeln

Wir versenden ab Februar 2019 wieder. Der Grund sind gesundheitliche Probleme, um die ich mich jetzt kümmern muss.


Klicke hier, wenn ich dich informieren soll, sobald es wieder Stillkugeln gibt. Ich freue mich darüber.